Hallo zusammen,
ich bin nun seit Dienstag 8 Wochen ohne Zigarette. Habe mich bereits vor einer Woche hier im Forum angemeldet, weil ich einen Ort gesucht habe, an dem man ein wenig moralische Unterstützung bekommt und seine Erfahrungen austauschen kann. Bis heute habe ich aber nur hier und da die Kommentare und Berichte gelesen.
Ich habe also am 15.06.2004 aufgrund einer Operation an diesem Tag aufgehört. Das ist nun auch irgendwie mein Problem. ich hatte nicht geplant, aufzuhören. ich durfte erst wegen der OP halt nicht rauchen, als ich ich dann zwei tage später wieder aus der Klinik kam, wollte ich auch nicht wirklich, weil ich etwas Angst hatte, wegen der Wundheilung und so. Obwohl ich dann sonntags am 20.06.2004 noch einen kleinen schwachen Moment hatte, in dem ich meinen noch immer rauchenden Ehemann bat, einmal an seiner Zigarette ziehen zu dürfen. Er meinte nur, ich sollte es lieber lassen, da bin ich trotzig abgezogen und habe sogar ein wenig geheult. Aber wenn man dann erst einmal 10 Tage „OHNE“ hinter sich hat, fängt man halt wirklich an, zu überlegen. So auch ich. Also blieb ich dabei, nicht zu rauchen. Nach 4 Wochen hatte ich den ersten Tiefpunkt, an dem ich eigentlich eine ganze Woche lang jeden Tag hätte zur Zigarette greifen können. Hab ich aber nicht und es ging vorbei. Seit knapp drei Wochen lese ich nun das Buch des Allen Carr „Endlich Nichtraucher“. Mit mäßigem Erfolg muß ich sagen. Klar, an vielen Stellen stimmt man ihm zu, wird auf vorherige Verhaltensweisen beim Rauchen mit der Nase gestoßen und ist manchmal sogar erstaunt, daß es tatsächlich „allen“ so ging. Andere Dinge kann ich wieder nicht nachvollziehen. Ich bin nun mit zwei Dritteln des Buches durch, aber ich habe die Befürchtung, daß ich danach noch nicht „geheilt“ sein werde.
Es gibt immer noch drei Probleme. Das noch geringste dabei ist die Gewichtszunahme. Die hielt sich mit grad mal etwa 5 Kilo bisher in grenzen und bleibt hoffentlich dabei, sonst werde ich noch frustriert.
Das zweite ist, daß ich es zwar nicht bewußt merke, aber offenbar sehr gereizt und unausgeglichen bin. Seit dem 15.06.2004 scheint in der zwischenmenschlichen Beziehung zu meinem Mann der Wurm drin zu sein. Momentan läuft es wieder ganz gut bei uns, wir verstehen uns seit dem Wochenende wieder besser, aber davor gab es zeitweise Phasen, in denen wir irgendwie tagelang nur nebeneinander her gelebt haben. ich will ja nicht nervig sein, aber ich bin ihm irgendwie immer wieder mit Kleinigkeiten auf den Wecker gegangen. Aber auch er hat mich mit Dingen, über denen ich eigentlich eher stehe, sofort aufgeregt. Ich war dann sauer auf ihn, er war sauer, weil ich sauer war ... u.s.w.. Aber sollte das wirklich an meinem Nichtrauchen liegen ???
Das dritte Problem ist das, was ich oben schon angedeutet habe mit meinen Ausführungen. ich wollte nicht aufhören, es hat sich nur ergeben und ich wollte hart sein und bleiben. Auch, weil ich mich von Anfang an selbst unter Druck gesetzt habe, indem ich allen möglichen Kollegen und Freunden davon erzählt habe, daß ich aufgehört habe. Dieser Druck ist nun ein wichtiger Halt in meinem „Heilungsprozess“. Weil ich mir vor den anderen natürlich keine Blöße geben möchte, wieder angefangen zu haben. Ich denke, wenn ich nicht so vielen davon erzählt hätte, wäre ich womöglich längst rückfällig geworden. Und natürlich auch, wenn mein Mann nicht gleich an dem ersten Sonntag meinen Wunsch nach einem Zug abgeblockt hätte. Gestern (nach 8 Wochen) hatte ich nun wieder einen Tiefpunkt. nach zwei Stunden Gespräch mit meinem Mann war ich drauf und dran zur Zigarette zu greifen. Er meinte dann, wenn ich mich ständig (ca. alle 4 Wochen scheinbar) zwingen müßte, nicht zu rauchen und somit im ständigen Kampf mit mir selbst lebe, wäre es doch besser, wieder anzufangen und zu einem späteren Zeitpunkt, wenn ich es wirklich selber will, erneut zu versuchen. Damit wollte er mich natürlich nicht zum Rauchen verleiten, er macht sich halt nur auch seine Gedanken und fühlt mit mir. Und er möchte Harmonie in unserem Leben. Wenn die auch, ohne daß ich rauche, wiederkommt und bleibt, wäre das natürlich noch besser. Und es wäre doch auch paradox wieder anzufangen, nur um wieder ausgeglichener zu werden, oder ??? Ich werde nun fürs erste schließen, bevor mein Beitrag zum eigenen Buch mutiert.
Bis bald, Celinah.
Also erstmal: Herzlichen Glückwunsch zu den 8 Wochen. Die will ich auch irgendwann mal erreichen. Respekt.
Mir ging es die ersten zwei Wochen auch so: ich habe jeden sofort angefahren, der mir nur ansatzweise auf die Nerven gegangen ist. Und das bei meinem dominanten, aufbrausenden Wesen war für die anderen ziemlich unangenehm LOL.
Ich habe genau wie du aus einer laune aufgehört. Ich hatte einen schlimmen Hustenanfall und das sagte ich mir: So gehts nicht weiter! Und da hab ich einfach aufgehört. Es macht überhaupt nichts, dass du aus einer Laune aufgehört hast, dass einzige das zählt ist DAS du es getan hast.
Also mach dir keine Gedanken, dass du es nicht schaffen kannst. Du hast 8 Wochen geschafft und das ist länger als die meisten "Aufhörer" es überhaupt schaffen würden. Du bist nun körperlich nicht mehr Nikotin-abhängig. Du musst nur noch deine Gewohnheiten bekämpfen, das ist alles.
Und BITTE, glaub niemals dass nur weil du mit Zigaretten aufgehört hast Stunk in der Bude ist, und alles wieder in Ordnung ist, sobald du wieder rauchst. Dafür können nicht die Zigaretten verantwortlich sein!
Sei froh das du von den Dingern los bist, schreib dir deine Gründe warum du aufgehört hast nochmal auf nen Zettel und lies ihn dir regelmässig durch. Und schreibe hier regelmässig Tagebuch, das hilft auch.
Es ist also egal was andere darüber sagen, das ist deine Sache und du tust es freiwillig und aus SEHR GUTEN GRÜNDEN! Also mach weiter, treibe viel Sport und belohn dich und deinen Mann mal für die 8 Wochen Nichtrauchen. Sowas muss gefeiert werden.
Viel Erfolg!
Ich hab am 11.07.04 aufgehört
Hallo,
war am Wochenende nicht zuhause und auch nicht in der Nähe des PCs, dafür aber leider in der Nähe von Zigaretten. Am Samstag war der Druck tatsächlich so stark, daß ich nachgegeben habe, in der Hoffnung, daß es danach besser sein würde. Also habe ich eine geraucht. Sie kratzte und brannte im Hals, sie hat nicht geschmeckt. Und ich dachte naja mal abwarten was wird.
Den gesamten Restsamstag und auch Sonntag nix. Montag wieder auf Arbeit. Keine Sorgen, außer das ich mir irgendwie Süßkram ohne Ende reinstopfe. Und dann gestern abend zuhause überkam es mich wieder. Ich dachte mir wenn es wieder ätzend schmeckt, kann man vielleicht ja besser davon loskommen. Obwohl ich in dem Carr-Buch ja das Gegenteil gelesen habe, von wegen man macht sich vor, es schmeckt nicht und wird dabei dann abhängig.
Ich bin ziemlich frustriert, nach knapp 9 Wochen alles für die Katz. Und ich weiß vorallem nicht, wo es mich hinführen wird. Gestern abend bei der Zigarette hat es mich allerdings so geekelt, daß ich nun immer merhr sage, ich will das nicht mehr. Aber da ist immer noch der kleine Teil in mir, der das Gegenteil zu behaupten scheint. Warum sonst habe ich nach fast 9 Wochen versagt ???
Bis bald also
Sorry Blind,
habe mich noch gar nicht für Deine Nachricht und Deine Anteilnahme. Ich habe es irgendwie halt doch nicht geschafft, trotz der 8 Wochen, die so viele gar nicht erst schaffen. Und mir ist dabei irgendwie zum Heulen. :cry:
Aber der Kopf muß doch auch mitspielen oder? Ich denke sonst bringt es auf Dauer nix. Ich glaube immer noch, daß es mir bis jetzt nicht schlecht genug ging. Aber meine Einstellung wegen dem Rauchen wird zunehmend negativer. Das wäre doch ein Anfang .... oder ??? :?
Die meisten Raucher brauchen mehrere Versuche um aufzuhören, da ist gar nichts dabei.
Wieso war nach 9 Wochen alles für die Katz? Du hast 9 Wochen nur ganz wenige Zigaretten geraucht, das ist doch super. Ich würde es als ersten Schritt bezeichnen. Aber wenn man jetzt sagt, nur weil man ein paar Kippen geraucht hat, daß alles umsonst war, dann ist man Schläge wert. Du weißt nun das du die kritischste Phase überstehen konntest. Also zeig es uns nochmal, wo liegt das Problem?
Oder bist du jetzt glücklich mit deinen Zigaretten?
Wohl kaum...
Ich hab am 11.07.04 aufgehört
Hey Blind,
Natürlich bin ich nicht glücklich. Das ist ja auch der Ansatz, den ich habe. Klar weiß ich jetzt, daß ich es schaffen kann und auch wieder schaffen werde. Das ist das Gute was aus den vergangenen Wochen hervorgegangen ist. Ich werde auf das Erreichte aufbauen. Bestimmt.
Celinah
Hi Celinah,
von "Versagen" oder "Nicht Geschafft" kann überhaupt keine Rede sein. Du hast 8 Wochen nicht geraucht und dann 2 Zigaretten(?). Das ist ein fantastischer Durchschnitt. Mach das die nächsten 8 Wochen wieder so und überlege das nächste Mal gründlich, ob du dir wieder eine anstecken mußt. Sicher wirst du stark bleiben. Aber nach so langer Zeit nochmal anfangen, um nicht rumzuquengeln, wie es dein Mann meint, das kann keine Lösung sein. Wenn Abgewöhnen ohne Probleme, Quengeln, Suchtanfälle etc. möglich wäre, dann wäre es nicht schwierig und ein Forum wie dieses hätte keine Existenzberechtigung. Das gehört nun mal alles dazu. Nimm das hin und lebe damit.
Das komplexe Gefühlsleben von Frauen kennt zwei Wahrheiten: "Chio-Chips" und "Tatort"
Hallo zusammen,
sorry das ich mich im August so ganz heimlich still und leise zurückgezogen habe. War mir etwas unangenehm dass ich nach so langer Zeit so mir nichts dir nichts wieder angefangen habe zu rauchen. Soviele waren es zwar nicht, maximal 4-5 pro Tag zuletzt. Zuletzt heißt wie man vielleicht richtigerweise vermutet, daß ich nun bereits seit geraumer Zeit wieder rauchfrei bin. genau genommen seit dem 04.11.04 !!!
Ich freue mich diesmal sehr über mich selbst weil es mir scheinbar leichter fällt als beim letzten Mal. Habe davor schon einmal eine Woche ausgesetzt, dann wieder ein paar Tage geraucht, teilweise aber schon nur jeden zweiten und seit dem 04.11.04 nun halt wieder keine mehr. Habe mich da wohl so langsam rangetastet. Und bin momentan sehr stolz auf mich und habe das Gefühl, daß ich es diesmal schaffen könnte.
Bis denn dann
Celinah
Hallo,
es ist zum Verzweifeln, hatte grad meinen Text fertiggeschrieben, da versagt der Computer seine Dienste echt nett. Also gut, dann reproduziere ich eben noch mal. Ich versuche es halt.
Ich bin erstaunt, wie gut es läuft mit meinem Vorhaben, das rauchen aufzugeben. Gestern waren es 10 Wochen ohne Zigarette, immerhin schon anderthalb Wochen mehr als beim letzten Versuch. Allerdings wundert mich wirklcih, wie gut es diesmal läuft. Nur ab und an, spüre ich ansatzweise, aber wirklich nur ansatzweise ein geringes Verlangen, versuche das aber schnell zu überwinden und sage mir, daß es sich dabei ja eh' nur um mein Unterbewußtsein handelt, daß mir einen Streich spielt.
Ja, ich komme diesmal wirklich gut klar. Es ist merkwürdig, daß es nun gleich beim zweiten ernsthaften Versuch klappen sollte, aber ich bin natürlich nicht traurig drum, ganz im Gegenteil. Ich denke, es war vielleicht ja sogar ganz gut, kurzzeitig wieder anzufangen, da dieser zweite Versuch ja wirklich von Herzen kommt, während der erst eher zwangsweise war.
Wie dem auch sei, sehr freut mich auch, daß diese typischen Produkte wie Kaffee oder Wein nun auch kein Verlangen mehr auslösen, das finde ich sehr gut.
Das einzige, was etwas stört, ist die Tatsache, daß ich seit Juni letzten Jahres insgesamt 10 kg zugelegt habe, momentan stagniert es. Aber ich sage mir in den Momenten, wo mich das zu sehr stört, wenn es der Sache, nichtraucher zu werden, dient, kann ich das wohl auch in Kauf nehmen.
Bis bald, werde versuchen, in Zukunft auch öfter mal was von mir hören zu lassen.
[color=olive:bd32486ed7]Ein bisschen Bewegung schadet nix. Ich hole Dich mal wieder aus der Versenkung und wünsche ein schönes neues Jahr. Hoffentlich rauchfrei!
Grüße vom Paul[/color:bd32486ed7]